Mencken, Henry Louis: [Zitiert und übersetzt zum Teil vom "Grolier Multimedia Encyclopedia":  H. L. Mencken (geboren am 12. September 1880, verstorben am 29. Januar 1956) war wahrscheinlich der einflußreichste amerikanische Schriftleiter, Verfasser und Sozial-Kritiker der erstem Hälfte des 20ten Jahrhunderts.   Als scharfer Satiriker und verwegener Prosa-Stil Schriftsteller erfreute er sich seines größten Ruhmes und Einflusses in den 20er Jahren während seiner Zeit als Redakteur des "American Mercury"(1924-33) und vorher des "Smart Set" (1914-24).]

Über das Christentum:
So etwas wie einen wahrhaft vorurteilsfreien Christen kann man sich kaum vorstellen.   Entweder ist er frei von Vorurteilen, oder er ist ein Christ und je lauter er protestiert, daß er der Erstere ist, desto mehr wird es klar, daß er zu den Letzteren gehört.  Ein katholischer Priester der sich der Seismik verschreibt kann durchaus ein sachkundiger Techniker und dadurch ein nützlicher Mensch werden, aber es ist unsinnig ihn einen Wissenschaftler zu nennen solange er noch and das "unbefleckte Empfängnis", die Sühne oder die Transsubstantiation glaubt.  Es ist natürlich möglich anzunehmen daß diese Dogmen wahr sind, aber nur auf Kosten alle Wissenschaft als Unrat überbord zu werfen.  Des Priesters Grund an diese Dogmen zu glauben ist nicht nur un-wissenschaftlich, es ist sogar Wissenschaft-feindlich.  Hier ist er auf allen Vieren mit denen die an Wahrsagerei, Christliche Wissenschaft und Chiropraktik glauben.

Über Kirchen und Glauben:
Die christliche Kirche zeigt in ihrer Positur gegenüber den Wissenschaften die Gesinnung eines mehr oder weniger aufgekläretn Menschen des dreizehnten Jahrhunderts.  Sie glaubt nicht mehr daß die Erde flach ist, aber sie ist immer noch davon überzeugt, daß Gebete heilen können wo die Medizin versagte.

Heirat is eine wunderbare Stiftung, aber wer möchte wohl gerne in einer Stiftung wohnen.

Du kannst über die Zehn Gebote sagen was Du willst, aber Du wirst immer wieder auf die erfreuliche Tatsache zurückkommen, daß es nur zehn sind.

Die Sonntags-Schule ist ein Gefängnis in welchem Kinder Buße für das schlechte Gewissen ihrer Eltern leisten.

Es scheint theoretisch zu sein, daß ein Mensch, solange er ein Versager ist, zu den Kindern Gottes gehört, aber so bald er erfolgreich ist ist er vom Teufel besessen.

Das gläubige Gemüt ist der äußerlichen Beweisführung unzugänglich.  Das Höchste das man davon erwarten kann ist eine Selbsttäuschung mit einer anderen zu ersetzen.  Es verwirft alle offenkundige Beweisführung als sündhaft.

Die einzig wirklich respektablen Protestanten sind die Fundamentalisten.   Bedauerlicherweise sind sie auch offensichtliche Idioten...

Über Gott:
Man stelle sich den Schöpfer als einen schlechten Komiker vor und plötzlich läßt sich die Welt erklären.

Warum soll man so oberflächlich annehmen daß Gott, der vermutlich die Welt geschaffen hat, diese noch weiter leitet?  Es ist durchaus denkbar daß Er diese Arbeit beendet hat und die Weiterführung geringeren Göttern übertrug.  Ähnlicherweise werden viele menschliche Einrichtungen an weit geringere Menschen übertragen.  Dies trifft zum Beispiel auf die meisten Universitäten und alle populären Zeitungen zu.

Der Haupt-Beitrag des Protestantismus zum menschlichen Gedankengut ist der massige Beweis, daß Gott eine fade Sache ist.

Über die Natur:
Die Natur verabscheut einen Trottel.

Über Wissenschaft und Religion:
Die Bemühungen Wissenschaft und Religion zu versöhnen erfolgt fast nie Seitens der Theologen sondern von den Wissenschaftlern denen es unmöglich war die mit der Muttermilch eingesaugte Frömmigkeit abzuschütteln.  Die Theologen, denen solche verwirrende Spaltung abgeht, sind schlau genug einzusehen, daß diese beiden Dinge ewig und unerbittlich widerstreitend sind und daß jeglicher Versuch sie in einen Sack zu schleudern damit ended daß Eines das Andere aufschluckt.  Jene Wissenschaftler die eine solche Rassenmischung unternehmen unterliegen im Ende immer der Religion;   Nach fünf Minuten eines Millikan Vortrages wird es klar, daß er in der Art eines christlichen Sonntagsschul-Gelehrten spricht und nicht in der Art eines Wissenschaftlers.  Ein elementarer Bestandteil der Wissenschaft ist es, daß sie immer bereit ist eine bestehende Idee aufzugeben, wie grundlegend sie auch sein mag, für eine bessere; der elementare Bestandteil der Theologie ist es ihre Wahrheiten für ewig und unwandelbar hält.  Sicherlich gibt die Theologie dem Fortschritt des Wissens immer ein klein wenig nach und nur ein "Holy Roller" [Mitglied einer nordamerikanischen Sekte deren Gottesdienst oft zu körperlicher Ekstase führt] in den Bergen von Tennessee würde es heute noch wagen das zu predigen was die Päpste des dreizehnten Jahrhunderts predigten, aber dieses Nachgeben erfolgt immer widerwillig und hinkt deswegen den Geschehen nach.   Soweit mir bekannt ist würgen sich sogar die liberalsten Theologen noch an wissenschaftlichen Begriffen die bereits zu meinen Schultagen alltägliche Sache waren.

Über Religion:
Der Kosmos ist ein riesiges Schwungrad mit 10 000 Umdrehungen pro Minute.  Der Mensch ist eine gehetzte Fliege auf einer verrückten Fahrt darauf.  Religion ist der Glaube, daß dies alles zu seinem Gunsten geschaffen wurde.

Die Zeit kommt unweigerlich wenn die Menschheit den Blödsinn der Religion überwindet, genau so wie sie den Blödsinn ihres Verbündeten, der Magie, überwunden hat.  Es ist unvorstellbar daß diese Welt wirklich zivilisiert ist solange so viel Unsinn noch überlebt.  Sogar in ihrer höchsten Form umschließt sie Gedanken die gegen allen gesunden Menschenverstand verstoßen.  Ihre Verteidigung ist nur durch Voraussetzungen und die Annahme von Regeln möglich von welchen man in keinem anderen Gebiet des menschlichen Denkens je ghört hat.

Religion macht natürlich einige Menschen besser, vielleicht sogar viele Menschen.   Daran ist nicht zu zweifeln.  Sie aber besser zu machen durch das Auffüllen ihrer armen Köpfe mit phantastischem Unsinn ist ein irrationaler und verschwenderischer Vorgang und der dadurch angerichtete Schaden überwiegt weitgehend das Gute.  Wenn der Mensch besser gemacht werden könnten, oder auch nur glücklicher, durch die Lehre daß zwei plus zwei fünf ergibt, so gäbe es genug Narren die eine solche Methode befürworten würden, aber es bliebe trotzem gesellschaftsfeindlich.  Wenn die Theologen nur mit ihren Doktrinen im Einklang wären, dann könnte ihr Einverständniß einen Überzeugunswert haben, ebenso wie ein Einverständniß aller Politiker, daß es die erste Pflicht aller Bürger ist ihnen zu gehorchen und sie zu bewundern etwas Überzeugunswert hat.  Es mag nicht wahr sein, aber es ist zumindest unbeanstandet von allen mit Ausnahme einer kleinen Fraktion von Heretikern und das ist ja schon etwas.   Glücklicherweise für den gesunden Menschenverstand sind die Theologen nie in der Lage zur Einstimmigkeit zu kommen.  Sogar innerhalb von Sekten und unter strengerer Disziplin gibt es ständige Zankereien wie, zum Beispiel, zwischen den Jesuiten un den Dominikanern.  Dadurch ist die Todsicherheit eines Haufens durch die lästerliche Verleugnung der Übrigen aufgehoben und die vernünftigen Menschen können die ganze Bande den Statistiken und dem Teufel überliefern.

Eine der vernunftwidrigsten aller Traditionen der modernen Gesellschaft ist jene die besagt, daß religiöse Meinungen respektiert werden sollen. ... (Diese) Tradition schützt sie und so fahren sie fort mit ihrem Quatsch, ungeprügelt und fast unbelästigt, zum großen Schaden des gesunden Menschenverstandes und des allgemeinen Anstandes. Daß sie so eine Immunität haben sollten ist ein Frevel. Es gibt nichts in der Klasse der religiösen Ideen das sie über alle Anderen erheben sollte. Im Gegenteil, sie sind immer zweifelhaft und oft sehr albern.  Noch gibt es eine sichtbare intellektuelle Würde in Theologen.  Wenige von ihnen wissen etwas das Wert ist zu wissen und nicht viele von ihnen sind sogar ehrlich.

Über die Theologie:
Theologie ist das Bestreben das Unerkennbare mit Worten des nicht wissenswerten zu erläutern.

Über die US Präsidenten:

"Mit der Vervollkommnung der Demokratie, das Amt des Präsidenten vertritt mehr und mehr genau die innere Seele des Volkes. Eines grossartigen und glorreichen Tages werden die schlichten Leute des Landes letztlich ihren Herzenswunsch erfüllt sehen wenn das Weisse Haus mit einem Trottel verziert wird."